Buchenborkenkäfer
Buchenschäden und Klimawandel

- Windwurf im Buchen-Altholz (© C.Diry)
Der Biosphärenpark Wienerwald geht im Forschungsprojekt „Buchenborkenkäfer“ - zusammen mit den Österreichischen Bundesforsten und dem Bundesforschungs- und Aus- bildungszentrum für Wald - der Frage nach, ob auf Grund der sich ändernden klimatischen und wirtschaftlichen Rahmen- bedingungen in Zukunft mit vermehrten Schäden an Buchen- beständen zu rechnen ist.
Bäume und Wälder sind unter anderem Lebensraum für zahlreiche Insekten und Pilze. Viele davon haben sich auf die Rotbuche - die Hauptbaumart im Wienerwald - spezialisiert. Bisher sind sie an der Buche kaum als Primärschädlinge aufgetreten. Das heißt, ein Befall führt in der Regel nicht zum Absterben gesunder Bäume. Aber wegen der fortschreitenden Klimaveränderung nehmen Temperatur und Trockenheit zu und extreme Schadereignisse häufen sich. Zusätzlich wird in den Kernzonen Holz nicht mehr regulär genutzt. Dadurch finden verschiedenste Insekten und Pilze dort optimale Lebensbedingungen.
Die ersten Ergebnisse aus der Analyse der Aufnahmen von 2008 lassen nicht auf eine erhöhte Gefährdung der untersuchten Buchenbestände durch Borkenkäfer schließen. Den Prachtkäfern kommt diesbezüglich eine höhere Bedeutung zu. Im vergangenen Jahr konnten jedoch weder Borkenkäfer noch Prachtkäfer erfolgreich an stehenden Bäumen brüten. Wie sich die Situation 2009 entwickelt wird weiter untersucht.
In dem Forschungsprojekt wird folgenden Fragen nachgegangen:
- Welche Käferarten treten in den nicht mehr bewirtschafteten Kernzonen des Biosphärenpark Wienerwald sowie im angrenzenden Wirtschaftswald auf?
- Welche Rolle spielen standortspezifische Parameter?
- Welchen Einfluss hat das Waldmanagement auf den Zustand der Buchenbestände?
- Wie entwickelt sich dieser „Schädlingskomplex“, wenn nicht mit Forstschutzmaßnahmen eingegriffen wird?
- Welche Bedeutung haben Buchenborkenkäfer und Prachtkäfer unter den sich ändernden Klimabedingungen?
- Besteht für die Buchenwälder im Biosphärenpark eine bestandesbedrohende Gefährdung?
- Kann von geschädigten Buchenbeständen in den Kernzonen eine phytosanitäre Gefahr für angrenzende Wirtschaftswälder ausgehen?
Das Projekt startete 2008 und wird bis 2010 laufen.
